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U-Wert, mittlerer U-Wert
Verfasser:
travelsnake
Zeit: 18.06.2019 15:56:02
0
2795970
Guten Tag Zusammen,

wir haben vor einiger Zeit einen Altbau (ca. 1895) gekauft, der uns als komplett massiv mit Bruchsteinen verkauft wurde. Dem war nicht so, hier wurde an sehr vielen Stellen schon ausgetauscht. Warum ist uns zwischenzeitlich auch klar geworden.

Den Bauantrag haben wir wieder zurückziehen müssen, da in der Antragsstellung mehrere Fehler im Nachhinein gefunden wurden und laut Bauamt der gleiche Statiker eine Neuberechnung durchführen soll. Dieses Büro hingegen gibt es nicht mehr. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir planen mittlerweile das Objekt von Grund auf neu zu bauen. Da wir derzeit weder Architekten noch Statiker haben, hoffe ich sehr, dass mir hier mit meinen Fragen geholfen wird. Ich habe sehr viele, für mich kompetente, Antworten gelesen, aber zu unserem „Problem“ nichts gefunden.

Zuallererst verstehe ich nicht, oder ich habe es noch nicht gefunden, wann muss der mittlere U-Wert verwendet werden. Bis jetzt habe ich es so verstanden, dass dieser bei der Berechnung von Dächern (Sparren, Zwischenraum) oder bei mehrschaligem Aufbau verwendet wird. Was mir nicht klar ist, wird dieser mittlere U-Wert auch bei Außenwänden mit Fenstern berechnet? Und wenn ja, wie wird es berechnet (Raumaußenwandfläche abzgl. Fenster, Etagenweise oder auf das Gesamte Objekt). Die eigentliche Berechnung ist mir klar, so hoffe ich ((U-Wert Wand x m²) + (U-Wert Fenster x Fensterfläche m²) / Gesamtfläche (Raumaußenwand, Etage, Gebäude?) m²).

Wenn es eine Berechnung je Raumaußenwand wäre, und da denke ich, liegt mein Fehler, hätte ich bspw. bei einer Gästetoilette einen Außenwandfläche von 1,6m Breite * 2,6m Höhe - Fläche Fenster 0,8m x 1,3m von 3,12 m² und einer Fensterfläche von 1,04 m². Geplant sind ein 365er Pumix-Stein von Meurin mit 0,09 WLF (0,237 W/m²K) und ein Fenster mit 0,9 W/m²K.

(3,12m² x 0,237 W/m²) + (1,04 m² * 0,9 W/m²K)
--------------------------------------------------------------- = 0,403 W/m²K
4,16 m²

Um dann auf einen Wert von <= 0,28 W/m²K zu kommen, müsste ich in meinem Beispiel laut U-Wert-Rechner eine Holfaserdämmplatte mit 0,036 WLF in einer Stärke von 380 mm aufbringen, um bei nur der Wand einen Wert von 0,07 W/m²K zu haben, um dann mit dem Fenster auf einen entsprechenden Wert zu kommen. Habe ich einen Denkfehler?

Falls es noch relevant sein sollte: Geplant ist wie vorher schon angesprochen der Wärmedämmstein von Meurin, eine zusätzliche Dämmung, sofern diese erforderlich und die Außenwände sollen mit einer Wandheizung beheizt werden.

Beste Grüße

Verfasser:
winni 2
Zeit: 18.06.2019 16:43:02
0
2795985
Hi,

die Wand wird nicht mit mittlerem U-Wert gerechnet, sondern reine Wandfläche
und reine Fensterfläche seperat.

Wo kommen die 0,28 her?
Grundsätzlich geht es bei einem Neubau um den mittleren U-Wert der gesamten
Hülle. Dabei werden Flächen die nicht gegen Aussenluft liegen mit Abmilderungs-
faktoren gerechnet. Z.B. typischerweise Kellerwände gegen Erdreich mal 0,5.

U-Wert 0,237 hat m.M. wenig mit einem "Wärmedämmstein" zu tun.
Da gibt es weit bessere, die ohne Zusatzdämmung einiges besser sind,
bei gleicher Wandstärke.
Besonders mit Aussenwandheizung sollte die Dämmung besser sein, weil da
innen ja nicht das Raumtemperaturniveau anliegt, sondern das höhere
Temperaturniveau der Wandheizung.

Grüsse

winni

Verfasser:
travelsnake
Zeit: 18.06.2019 19:15:08
0
2796039
Hi winni,

zuerst einmal Danke, für die Antwort. Wenn ich das richtig verstehe,
Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen

die Wand wird nicht mit mittlerem U-Wert gerechnet, sondern reine Wandfläche
und reine Fensterfläche seperat.

nehme ich die erdberührende Fläche mit Faktor, die freiliegende Fläche normal, die Decken die ja auch an den Außenbereich angrenzen, das Dach und die Fenster mit ihrer jeweils gesammten Fläche und U-Wert und berechne daraus dann einen U-Wert als Mittelwert? Wie hoch darf der dann sein und wird bei bestimmten Teilen auch noch mit Faktor gerechnet (wo kann ich das finden)?

Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen

Wo kommen die 0,28 her?

Ist das lt. EnEv 2016 nicht der richtige Wert für eine Außenwand?

Zitat von winni 2 Beitrag anzeigen

U-Wert 0,237 hat m.M. wenig mit einem "Wärmedämmstein" zu tun.

Das ist der Wert, der mir der U-Wert-Rechner ausgibt. Sorry, aber ich bin absoluter Laie und versuche mich in die Thematik einzuarbeiten.

Was für einen Stein würdest du empfehlen?

Beste Grüße

Verfasser:
travelsnake
Zeit: 18.06.2019 19:15:46
0
2796041
ich hoffe es ist ok, wenn ich "du" schreibe ;-)

Verfasser:
winni 2
Zeit: 18.06.2019 19:39:46
0
2796056
"Du" ist hier völlig okay. :-)

Ja, Du addierst alle Fläche malgenommen mit ihrem U-Wert (z.T mal
Abmilderungsfaktor und teilst die Addition durch die gesamte Hüllfläche
= H,t -Wert = mittlerer U-Wert des Hauses.
Für mich fängt ein gutes H,t bei kleiner/gleich 0,25 an.

Zu den Abmilderungsfaktoren könntest Du das lesen:
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=12&ved=2ahUKEwj_m8OtxfPiAhVGLVAKHdtXBWQ4ChAWMAF6BAgAEAI&url=http%3A%2F%2Fwww.uni-kassel.de%2Ffb6%2Fbpy%2Fde%2Fforschung%2Fveroeffentlichungen%2FPublikationen03%2FHoettges_FxTabelle.pdf&usg=AOvVaw28aH94l0KlfA2X-88_8vNf
Z.T ist es kompliziert, weil der Faktor noch von der Geometrie der Fläche
abhängt.

Ja, die 0,28 sind seit 2016 der Höchstwert für opake Bauteile, also keine
Fenster, aber das ist nichts voran man sich m.M. orientieren sollte...
Ich finde maximal U-Wert 0,18 akzeptabel.

Wenn es ein Stein ohne Zusatzdämmung sein soll, dann gefüllte Ziegel oder
gefüllter Bimstein oder ein "Ytong"-Stein mit gutem Dämmwert.
Ansonsten finde ich einen 17,5 cm Kalksandstein gut, auf den 200 mm Neopor-
Dämmung verklebt werden. Das gibt einen sehr ordentlichen Dämmwert von
ca. 0,15 bei relativ schlanker Wand. Und durch den KS-Stein speichert die
Wand viel Wärme.
Die gut wärmeleitenden KS-Steine sollten allerdings auf einer von unten
gedämmten Bodenplatte vermauert werden oder auf eine erste Lage
dämmende Kimmsteine. Andernfalls entsteht eine erhebliche Wärmebrücke
im Fusspunkt der Mauer.

Grüsse

winni

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